SignersMask

 

SignersMask

In den sozialen Medien wird in der Regel schriftlich kommuniziert und die meisten Nutzer verwenden dabei ein Pseudonym, damit sie im Netz unerkannt bleiben. Obschon die Anonymität auch dazu führen kann, dass Menschen Hasskommentare verbreiten oder Hetze betreiben, so bietet Anonymität auch Schutz für diejenigen, die etwa offen an Diskussionen und Debatten teilnehmen möchten, ohne eine Plattform für Angriffe auf die Person zu ermöglichen.
Diese Wahl haben gehörlose Menschen leider nicht, da sie vornehmlich in Gebärdensprache kommunizieren und in den sozialen Medien gebärdensprachliche Videos posten. Dies tun sie deshalb, da der Zugang zum Lesen und Schreiben aufgrund der Hörbehinderung eine Herausforderung und damit eine Barriere für sie darstellt. In einem geposteten gebärdensprachlichen Video sind sie als ganze Person zu sehen und das widerspricht der informationellen Selbstbestimmung und dem Recht auf Pseudonymisierung von Daten (DSGVO/BDSG). So können gehörlose Menschen keine anonymen Kommentare abgeben und auch keine anonyme Beratung in Anspruch nehmen, die beispielsweise bei psychischen Krisen wichtig wäre.


Daher wäre es notwendig, gebärdensprachliche Kommentare so zu verfremden, dass Signer*innen in ihren Videos anonym auftreten. In Zusammenarbeit mit dem Visual Computing Institute (VCI, Prof. Leif Kobbelt, Isaak Lim) erstellt das Kompetenzzentrum für Gebärdensprache und Gestik (SignGes, Prof. Dr. Irene Mittelberg, Dr. Klaudia Grote) deshalb eine innovative Software, die eine Art Maskierung der gebärdenden Person generiert, sodass auf den geposteten Videos statt der Person ein Avatar in Echtzeit zu sehen ist. Um dies zu ermöglichen, soll ein digitales neuronales Netz trainiert werden, das Input-Videos des/r Signer*in auf Posen-Informationen (Gesicht und Hände) als Output abbildet. Diese Technik würde nicht nur für die weltweit 70 Millionen Signer*innen mehr Barrierefreiheit ermöglichen, sondern kann auch von nicht behinderten Personen in anderen Bereichen sinnvoll genutzt werden.

Kooperationen

RWTH Visual Computing Institute (VCI)

Förderer

RWTH Aachen Seed Fund – Open Seed Fund 2020
(OPSF598)